Schatzjäger 1

Die frische Morgenluft war einfach herrlich zu atmen, fand Cyrus. Er liebte den Augenblick, wenn man gerade aufgebrochen war zu einer neuen Reise. Man hatte die Mauern seines Alltages, sprich die Heimatstadt verlassen, hatte ein Ziel vor Augen. Man hatte Gepäck im oder am Rücken, je nachdem, wie man unterwegs war und man hatte Pläne im Kopf. Endlich war es soweit zu handeln und alles was man sich vorgenommen hatte in die Wirklichkeit umzusetzen. Voll Optimismus und im völligen Vertrauen in seine Kräfte, seine Verve und Mut. Zu welcher Tageszeit man sich in Gang setzte hatte keinen Einfluss auf dieses Gefühl der Erwartung und der leisen Furcht vor dem Unwägbaren. Die Sinne waren geschärft und nahmen jedes Detail der Umgebung durstig und gierig in sich auf. Zum Beispiel die drei Eichhörnchen vor dem Wagen, die in wilder Jagd einander zu verfolgen schienen und über die geschotterte Straße flitzten. Vom Kutschbock aus, konnte Cyrus beobachten, wie sie weit am Felsen hinten in den Büschen verschwanden. Oder die sich wiegenden Wipfel der Föhren weiter links von ihnen, in die wohl eine Böe gefahren war. Er stippte Iareth, der den Gaul führte, an der Schulter und sagte ihm, dass er ein gutes Gefühl hätte für ihre Reise. Der Dunmer ließ zur Antwort die Zügel auf den Pferderücken klatschen, um dem Tier auch etwas von dem Gefühl zu übertragen. Das wiederum zur Antwort geräuschvoll einen quer sitzenden Wind fahren ließ und sich aufraffte kraftvoller auszuschreiten. Die Männer lachten kurz und verfielen wieder in Schweigen.

Dann, fein säuberlich eines nach dem anderen, ereigneten sich Dinge, als seien sie jeweils die Ursache des Nachfolgenden. Erst hörten die Beiden Lärm aus der Richtung der sich regenden Bäume, undefinierbar, als schlüge jemand mit Latten gegen Stämme. Schreie. Einige Raben stiebten in alle Himmelsrichtungen. Plötzlich brach eine Bache mit ihren Frischlingen aus dem Gestrüpp am Wegesrand und verschwanden im Galopp auf der anderen Seite. Iareth und Cyrus schauten sich fragend an und spähten in die Richtung des Lärmes, nach dem Ursprung suchend. Und dann kam ein Khajiit auf die Straße gerannt. Beinahe wäre er ihnen vor die Hufen gelaufen, aber geschickt wich er dem unerwarteten Hindernis aus. Sie blieben alle stehen. Auch die entfernten Geräusche verstummten.

„Hey, jagst du Wildsäue zu dieser Stunde?“, fragte Cyrus den Mann mit gedämpfter Stimme, wahrscheinlich, um die Jagd nicht zu stören.

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