Kreuzwege 11

Cyrus stand vorn über gebeugt, die Hände auf den Knien gestützt. Er war von der ganzen Situation aufgewühlt und auch von ihrem Ausgang völlig erschöpft. Das Benutzen seiner magischen Kräfte hatte ihn ausgezehrt. Er war es nicht gewohnt auf die Schnelle starke Zauber zu kanalisieren.

„Ich weiß auch nicht was passiert ist“, antwortete er, „dass heißt, ich weiß nicht was mit Kausi passiert ist, dass er sich so einen Überfall ausdenkt. Ich …“ Er hielt inne und richtete sich auf. „Martha, alles gut?“

Sie hatte sich übergeben müssen. Ächzend schnappte sie nach Luft und spuckte dann aus.

„Dieser Kausiarsch hat einen verdammt schlechten Atem. Wirkt übler, als dein Zaubertrick. Ich werd‘ ihm die Eier rausreißen“, redete sie sich in Rage und ging wütend zu dem paralysierten Dunkelelfen rüber.

Cyrus trat zu ihr und hielt sie zurück: „Lass gut sein. Bist du verletzt?“ Er begutachtete ihren Hals, dann drückte er sie an sich und lehnte seinen Kopf an ihren. Sie waren ungefähr gleich groß.

„Jetzt werde nicht gleich sentimental“, sagte sie gespielt genervt und fügte zuckersüß hinzu: „Mein Held! Du hast mich gerettet!“ Sie drückte ihm ein Kuss auf die Lippen und schnalzte förmlich mit ihrem Schwanz. Cyrus wurde rot, zu seinem Glück fiel es wegen seiner Hautfarbe nicht so sehr auf.

„Martha“, entrüstete er sich. Dann, um irgendwie der Situation zu entgehen wandte er sich an den Fremden: „Du bist genau richtig aufgetaucht. Wer weiß wie die Dinge sich sonst entwickelt hätten“, sprudelte es aus ihm heraus, „Tut mir leid, wenn ich dich duze, ich will nicht unhöflich sein, es ist nur, na die Umstände eben. Ich wollte Kausi engagieren, wir kennen uns. Ich habe mich schon gewundert warum er mich hier unten treffen will. Dann das, dieser Hinterhalt. Er wollte mich ausrauben. Das schnöde Gold. Ich bin auch zu gutgläubig. Man lernt wohl nie aus. Kausi ist eigentlich ein guter Mann. Ein Schlitzohr, ja, aber ich konnte mich immer auf ihn verlassen. Ich bin schwer enttäuscht, muss ich zugeben.“ Er schaute bei den letzten Worten vom Fremden hinab zu Kausi und fühlte seiner Enttäuschung nach.

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