Kreuzwege 12

Iareth lauschte den überstürzten Erklärungen des Mannes und sah ihn dabei genauer an. Er schien aus der Oberstadt zu kommen, seine Kleidung gepflegt, Haare geordnet, der Blick klug, wenn gleich er jetzt durcheinander schien. Iareth bückte sich und hob das Bündel auf, dass der Fremde Wardone vorhin dem Dunmer namens Kausi vor die Füße geworfen hatte. Es klimperte und wog schwer in seiner Hand.

„Enttäuscht? Du solltest froh sein. Stell dir vor du hättest ihn engagiert, ihm womöglich dein Leben anvertraut und dann hätte er entschlossen dich zu verraten.“ Er lächelte und hielt dem Wardonen das Bündel hin. „Ich bin froh, dass es so glimpflich ausgegangen ist.“ Er blickte noch einmal in die Richtung, in die Kausis Kumpanen verschwunden waren. „Ich hoffe du nimmst mir nicht übel was ich gesagt habe,“ wandte er sich an Martha, „aber mir kam es so vor als wäre es sicherer nicht auf seine Forderungen einzugehen. Außerdem war sein Plan so dumm, dass er es selber hätte merken müssen.“ Entschuldigend hob er die Hände und zuckte mit den Schultern.

„So so, es kam dir also sicherer vor“, erwiderte sie schnippisch, „also da bin ich froh, dass das nicht auf den Prüfstein gestellt wurde. Dumme Leute machen dumme Pläne und daraus folgen dumme Taten.“ Sie trat mit ihrer Fußspitze nach dem immer noch am Boden liegenden Kausi.

„Wie kommt’s, dass du dich eingemischt hast?“, fragte Cyrus, der sich inzwischen etwas beruhigt hatte, „Die meisten hätten das Weite gesucht.“

„Ich hatte das Gefühl Kausi gehört zu der Sorte, die ungern Taten folgen lassen, wenn sie vom töten sprechen. Aber als ich dazu gestoßen bin wusste ich das noch nicht, da dachte ich einfach ich kann vielleicht die Hunde verschrecken. Die meisten Gauner verlieren doch den Kopf wenn nicht alles nach Plan läuft.“ Er zuckte abermals mit den Schultern. „Ich bin übrigens Iareth. Wollen wir wieder hoch gehen, is doch ein bisschen muffig hier unten.“

„Ja lasst uns abzischen“, stimmte Martha zu, „Was machen wir mit dem Drecksack?“

Cyrus zögerte, dann beugte er sich über den röchelnden Kausi: „Hör zu, ich werde dich hier einfach liegen lassen. Sollen die Auskehrer dich in den Müll fegen. Komm mir ja nicht wieder unter die Augen.“

Nachdem er das gesagt hatte, drehte er sich um und lud die anderen beiden ein das Gewölbe zu verlassen. „Ich bin Cyrus, das ist Martha…“

„Ich kann mich selber vorstellen, Cyrus“, unterbrach sie ihn, „Ich bin Martha und das ist Cyrus, er macht gern einen auf väterlich.“ Cyrus musste lachen: „Ich bin dafür irgendwo einzukehren. Ich für meinen Teil habe einen mordsmäßigen Durst!“

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