Kreuzwege 35

„Ich mache dir keine Vorwürfe. Woher auch? Es sind, waren, deine Leute, oder dein Mann. Du kanntest ihn. Aber das war unvorsichtig. Du hättest die Situation besser einschätzen müssen und dich nicht auf die Autorität deines, …, deines Amtes verlassen dürfen. Manche lassen sich davon nicht beeindrucken, wie du jetzt erfahren hast.“

„…“

„Im Augenblick mag es noch nicht so scheinen, aber es kann für uns gefährlich werden. Das war jetzt nur aus einem nichtigen Grund. Die Habgier dieses Knacki oder Knausi, oder wie er heißt. Ich hoffe er lebt noch. …, Falls wir auf der richtigen Fährte sind, werden sich die Dinge schnell entwickeln. Bis zu dem Punkt wo du deinen Rat einweihen müssen wirst. Denn das willst du ja. Es soll ja deinem Land Nutzen bringen. Glaube mir, da werden Begehrlichkeiten geweckt werden und die Sache entwickelt eine eigene Dynamik. Dein Land steht an einem Kreuzweg. Das könnte das Zünglein an der Waage sein. Du verstehst was ich meine?“

„Ja, ich weiß was eine auf Veränderung gerichtete Kraft ist. Das ist ein schönes Bild, übrigens. Und ja, ich war leichtsinnig. Doch bedenke, dass ich mich im Augenblick nur auf mich verlassen kann. Der Rat, lehnt meine Pläne ab und gewährt mir keine Hilfe. Viel habe ich nicht, worauf ich mich verlassen kann. Bisher war mein Forscherleben friedlich, überschaubar und, ich gebe es zu, es fand in meiner kleinen Welt statt. So viel hat sich aber verändert mit dem Krieg; ist in Bewegung geraten. So viel wurde zerstört und musste sich neu bilden. Leben wurden vergeudet und dem Schicksal überlassen. Ich muss etwas tun, und sei es noch so aussichtslos.“

„Famos! Ganz famos! Ich gestehe, dass ich deinen Enthusiasmus in gewisser Weise ausnutze. Es war ein Glücksfall auf dich zu stoßen. Obwohl ich überzeugt bin, dass es über den Umweg des Rates auch funktioniert hätte. Aber egal. Ich weiß wir ziehen an einem Strang und ist mein Ziel auch alleine der Drang des Forschers, so will ich auch deine Ziele unterstützen. Sollen unsere beiden Bäume Früchte tragen. Aber ich kann dir nicht genug einschärfen, dass es gefährlich ist. Die Unternehmungen selber, als auch die Auswirkungen unserer hoffentlich erfolgreichen Entdeckungen. Das dürfen wir niemals unterschätzen.“

„Dein erhobener Zeigefinger wird immer länger. Was für eine knochige Hand!“

„Ist es bei euch Sitte, eure Gedanken aus dem Mund sprudeln zu lassen?“

„Ha ha, du machst mir Spaß, sage ich dir.“

„Wo hast du Martha gelassen? Sehr rücksichtslos von dir, sie nach dem Abenteuer aus den Augen zu verlieren.“

„Mach dir keine Sorgen um Martha. Die ist zäh wie Krokodilleder.“

„Sag mir bitte nicht, dass ihr Echsenleder verarbeitet?“

„Ich lache mir gleich Tränen in die Augen, manchmal könnte man meinen du kommst aus den Bergen und nicht aus der Kaiserstadt.“

„Nun, …, wirklich Taschen und so etwas? …, wie auch immer. Weißt du, ich habe mir heute hier deine Manuskripte angeschaut. Also, mal abgesehen vom Ausdruck, und manche Phrasen scheinen mir, naja, unangebracht, aber ansonsten extra ordinär! Die These das die Dwemer die Kraft kochenden Wassers bevorzugten ist eine erstaunliche Einsicht. Genauso ihre eingebaute Schockresistenz. Das muss besondere Gründe haben.“

„Ja, das finde ich auch. Aber, komisch, ich schaue gerade in die Nacht, hier aus dem Fenster und denke mir, all diese kleinen Löcher im Himmelszelt, ist das nicht beunruhigend?“

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