Kreuzwege 44

Kaum hatte Iareth den Raum verlassen, da wurde Zanodar äußerst aktiv. Mit der Zeit hatte er in diversen unrechtmäßig betretenen Räumlichkeiten seinen Blick dafür geschult, schnell und sicher Dinge zu entdecken, bei denen sich ein Eigentumswechsel lohnte.

Hier in Volmyns Versteck fiel ihm das zwar etwas schwerer als sonst. Die Auswahl war einfach zu groß und die meisten Waren versprachen mehr als sie hielten. Hinter verdächtig vorstehenden Bücherstapeln zog er eine Schmuckschatulle hervor, welche randvoll mit Edelsteinen war. Bei näherem Hinsehen erwiesen sich diese jedoch als billiges Glas, obwohl die Fälschung recht geschickt gemacht war und sicher so manchen Kunden täuschen würde. Der zweite Fehlgriff war ein Päckchen hochelfischer Spitzentaschentücher. Muster und Farbton stimmten, doch das Material war niemals auch nur in die Nähe der Sommersend-Inseln gekommen. Vermutlich stammte es aus irgendeinem Drecksnest im tiefsten Valenwald.

Dann jedoch bleckte er grinsend die Zähne. ‚Was haben wir denn hier?‘ Vorsichtig entkorkte er eines der drei kleinen Fläschchen und roch daran. ‚Feinster Telvanni-Käfermoschus!‘ Das Zeug war unzweifelhaft echt und unverschämt teuer. Zanodar hatte keine Ahnung, wie jemand wie Volmyn dazu gekommen war und ob dieser überhaupt erkannt hatte, was er da in Händen hielt. Es interessierte ihn auch nicht. Das Parfüm verschwand in seiner Tasche und gesellte sich zu einer Hand voll Silberdraken, die er eingestrichen hatte, als Iareth noch seine Maske suchte.

Dann folgte er dem Dunmer nach draußen.

Auf dem Weg ans Licht hatte Iareth ihm genau beschrieben, wie er zur Maurergilde gelangen würde, bei wem er sich melden und was er am besten erzählen sollte. Dann traten sie auf die Straße hinaus.

Iareth bedankte sich noch einmal bei Zanodar, der verlegen lächelnd abwinkte. „Iareth hat keinen Grund sich bei Zanodar zu bedanken. Er war freundlich zu diesem und hat ihm geholfen Arbeit zu finden. So etwas geschieht sehr selten. Zanodar ist es, der sich bedanken muss.“

Anschließend trennten sie sich, wobei der Khajiit den Weg zur Maurergilde einschlug und hoffte, dass es heute noch nicht zu spät war, sich um einen Job zu bewerben.

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