Schatzjäger 16

Iareth war froh, endlich von der Kutsche herunter zu kommen. Sein anfänglicher Tatendrang hatte sich während der langen Fahrt in quälende Unruhe verwandelt und jetzt endlich konnte er etwas tun.

Er spannte das Pferd ab, fütterte und tränkte es und stellte sicher, dass es für die Nacht einen sicheren Platz bekam. Er war einen Blick auf Sagit und Cyrus, die damit beschäftigt waren ihre Schlafplätze herzurichten und beschloss, die Umgebung ihres Lagers zu erkunden, um sicher zu stellen, dass sie in der Nacht nicht unangenehme Überraschungen erlebten. Ihr Schlafplatz war nicht schlecht gewählt, jedenfalls konnte man bequem Lagern und es gab genug Platz und Ebene. Auch der Abstand zu ihrem Ziel war ausreichend groß und dennoch, dachte Iareth, wäre es ihnen zu seiner Zeit in Morrowind zu unsicher gewesen. Allerdings war die Landschaft auch völlig anders gewesen, solche Wälder hatten sie nicht gehabt und zu dem befanden sie sich hier ja nicht im Krieg. Er meldete Cyrus und Sagit kurz sein Vorhaben und tauchte in den dunklen Wald ein, der ihre Lichtung umgab.

Iareth glitt durch die schwarzen Stämme der uralten Bäume und empfand sie wie Säulen eines verlassenen Tempels. Er achtete darauf ihre Lichtung immer im Blick zu halten, um sich nicht zu verirren und spitzte die Ohren, denn im Dickicht selbst konnte man kaum etwas erkennen. Nicht weit von ihm hörte er Zanodar, der sich erstaunlich leise durch den Wald bewegte und nur dann und wann ein lautes Knacken vernehmen ließ, wenn er einen Ast zerbrach. Auf der Lichtung in seinem Rücken unterhielten sich Sagit und Cyrus leise. Spannung und Erwartung lag in der Luft und nur dann und wann unterbrach der mahnende Ruf eines Käuzchens die Stille oder war das höhnische Lachen einer Krähe zu hören. Iareth hielt bei einem mächtigen und alten Baum, der sich über die Jahrhunderte ein besonders großes Stück Boden und Sonnenlicht erkämpft hatte. Die dicken Äste hingen tief und so konnte man daran empor klettern. Geschmeidig erklomm er den ersten Ast und stieg aufwärts. Bald konnte er über die Baumwipfel blicken und vom Himmel blitzten ihn die Sterne freundlich an. Er atmete tief ein und genoss die Aussicht. Er blickte sich um und fand in der Ferne den Schatten, der Scourg sein musste. Vielleicht bildete er es sich ein, doch ein Flackern schien von dem schwarzen Koloss auszugehen und vielleicht noch etwas anderes? Einen Moment stand er still, dann erinnerte er sich, dass er eigentlich nach dem Rechten sehen wollte.

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