Schatzjäger 33

Iareth schauderte, er hatte das Gefühl die bassige Stimme des Oger drang ihm bis in sein Mark. Er nickte nur auf Sagits Worte und starrte weiter in die beiden hellen Punkte, die fünf Meter vor ihnen und zwei Meter über dem Boden schwebten. Wenn dieser Weg ins Innere von Scourg führen würde, wäre er für ihr Vorhaben bestimmt Gold wert, doch ein Oger war eine ernste Angelegenheit – kämpferisch kaum zu lösen.

Die Stimme des Ogers erklang wieder.

„Umhhhhh?“ Es klang ungeduldig. Iareth überlegte hastig, der Oger hatte sie garantiert gesehen.

„Ogrim!“ sagte er mit fester Stimme. „Wir sind zwei Wanderer und suchen Weg durch deine Höhle.“ Sagit sah ihn von der Seite an. Iareth zuckte nur leicht die Achseln und murmelte „wenn er angreift, dann lauf.“

„Ogerim“, fasst schien es als äffte der große Haufen Oger Iareth nach. Seine Stimme ging in ein gewaltiges Lachen über und wechselte dann nahtlos in ein Grunzen über.

An den Gestank in der Höhle konnte man sich gewöhnen, aber an diese an Wahnsinn grenzenden Übergänge in des Ogers Stimmungen fiel Sagit nicht leicht. Nervös machte er einen Schritt vor, obwohl er eigentlich zurück gehen wollte. Er war sichtlich verwirrt angesichts der Situation.

„Hör auf Laufen!“, polterte der Oger und warf in einer kurzen aggressiven Geste seinen Arm im Halbkreis aus. Es surrte in der Luft als diese säulenartige Pranke vorbeiflog. Dann atmete er schwerfällig, und dann lies er wieder seine helle Stimme erklingen: „Zwei Wanderer! Zwei unten, Fußvolk Ogerim. Zwei oben, übel Grab. Zwei und zwei, macht Vier!“

Der Oger fiel hinten über und trommelte sich auf die Brust. Jetzt konnte man seine verschränkten Beine sehen. Sie sahen im Dunkeln aus, als würden zwei ausgewachsene Ringkämpfer daliegen. Der Oger brüllte und richtete sich wieder auf.

„Malak sprich.“

In einer dramatischen Geste zeigte er auf Iareth und sagte: „Mut, dein Papo. Vorsicht, deine Mutti.“

***

„Szenenwechsel! Hörst du! Und nimm deine Hand aus meinem Gesicht, bäh, du widerliches Ungeheuer. Hinfort du Wesen der Armee der Untoten! Hinfort! Zisch, aus, basta! Eclair! Wolke! Szenenwechsel! Schlaf hat sich ausgeschlafen. Rose bereitet… Pfui! Bin ich denn euer Lakai! Rose erhebt sich auf den Altar und feuert seine Kameraden an. Die Herzen erfüllende Stimmung! Leute! Heute! Vergrößern wir die Meute. Unser Heer wird wachsen zu einem Speer mit hölzernen Schaft und durch unsere Kraft durchbohren wir die Bäuche der patriarchalischen Seuche. Eclair komm spann den Gaul ein. Komm! Nu‘ mach! Wolke hol das Gold! Wir zahlen mit klingender Münze. Ha, und Wein in Schläuchen will ich haben. Wir wollen saufen heute! Die neue Ladung Leichen muss begossen werden. Was sagt ihr dazu? Kameraden! Haha. Los! Neue Leichen und Wein!“

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