Schatzjäger 51

„Das muss uns jetzt nicht peinlich sein. Wir sitzen in der Festung. Die anderen müssen erstmal reinkommen. Hach, nur nicht überraschen lassen. Hört ihr. Ihr beiden wechselt euch beim Wache schieben ab! Erst Eclair, dann einer der Wolken! Jetzt guckt nicht so genervt. Schon gut. Ich mache die erste Wache und dann ihr beiden im Wechsel. Keine Szenen jetzt. Papa muss denken. Husch, husch. Was wollen sie hier? Sie sind nur weggerannt. Sonst nichts. Alles noch da. Waren sie selber überrascht? Zwei Menschen, ein Magier. Warum zwei Menschen? Keine Mer, kein Getier? Hm… Wolke, Wolke. So viele Augenpaare und trotzdem so blind. Hackfleisch. Ich mache einfach Hackfleisch aus ihnen. Sollen sie nur kommen. Wir sind bereit!“

***

Wieder kauerten sie, diesmal zu viert, vor dem Scourg Ungetüm, wie Cyrus es innerlich nannte. Angesichts der hohen dunklen Mauern, die in der Nacht noch größer und klobiger wirkten, fand er, dass er gar nicht so daneben lag. Der Eingang befand sich wieder unter ihnen, den Hang hinab und war dunkel. Es war nicht zu erkennen, ob jemand sich davor auf der freien Fläche aufhielt, vielleicht verborgen beim Wagen, oder ob jemand im Eingang stand, da wo es noch finsterer war. Die mondlose Nacht, war nur von den Sternen erleuchtet. Bis auf Zanodar, hatten alle es schwer leichtfüßig voran zu kommen und auch bei der Orientierung hatten sie sich auf seine Katzenaugen verlassen müssen. Bald würde der Morgen grauen.

Eine Weile hatten sie die Umgebung beobachtet, doch es hatte sich nichts bewegt. Alles war reglos und still.

„Gut“, flüsterte Cyrus, „Iareth und ich gehen rauf und bereiten das Seil vor. Zanodar, mach deinen Part nur, wenn du wirklich ganz sicher unbemerkt geblieben bist. Ansonsten brich ab, klar? Sagit, du wartest bis Iareth dich holt.“

Er atmete tief durch, nickte noch einmal allen zu und erhob sich, aber nur gebückt. Als er einen Schritt machen wollte, stolperte er über den Saum seiner Robe, die er für seinen Auftritt angelegt hatte. Magierroben mochte er gar nicht. Nicht im Freien, da behinderten sie ihn mehr, als sie nützlich waren. Lautlos fluchend griff er die Seilleiter und drückte sie an die Brust. Die Rolle war schwer, aber sie konnte eine beträchtliche Höhe überbrücken. Sie hatten überlegt ganz klassisch ein Seil hochzuwerfen an dem Iareth nach oben klettern konnte, um dann die Leiter für Cyrus zu befestigen. Hoffentlich geht das gut, dachte er, davon hing der Plan ab.

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