Schatzjäger 53

„Viel Glück,“ sagte Iareth noch zu Zanodar, bevor dieser verschwand. Sie warteten nicht, sondern machten sich ihrerseits auf den Weg in die Talsenke hinunter. Es war sehr dunkel. Zanodar war geradezu im Laufschritt verschwunden und sie mussten alle paar Schritt anhalten um ihre Umgebung wahrzunehmen, während ihnen Äste und Blattwerk ins Gesicht schlugen. In weiter Entfernung vom Eingang zum Scourg Hügelgrab und unter gehöriger Anstrengung machten sie ihren Weg bis zu der kalten, rauen Mauer. Iareth befühlte sie und sah daran hinauf. Es war fast unmöglich zu sagen an welcher stelle der Aufstieg am leichtesten sein würde oder wo ein Vorsprung sein könnte, an der man einen Wurfhaken gut verkeilen konnte.

„Es ist so dunkel, eigentlich sollten wir auf den morgen warten, aber ich habe keine Lust Zanodar lange da drin hocken zu lassen.“ Mit diesen Worten und ihrem Seil noch über der Schulter begann er die Mauer zu erklimmen. „Wenn ich oben bin lasse ich dir das Seil herunter, daran kannst du dann die Leiter befestigen. Es war nicht leicht, die Mauer bot wenig halt und es war noch immer sehr dunkel. Doch Iareth war ein erfahrener Kletterer und Mauern und Felsen waren seine Spezialität. Er fühlte mit den Händen an der Mauer entlang und hie und da hatte die Zeit ein paar Wunden in den Stein gegraben, die ihm gerade ausreichten, um sein Gewicht darauf zu stützen. Nach einer Zeit, die ihm kurz erschien, Cyrus aber vermutlich wie eine Ewigkeit erreichte er einen Vorsprung, den man vom Boden aus kaum gesehen hatte. An dieser Stelle neigte sich die Wand nach innen, um das Dach zu formen. Iareth sah hinab, es waren bestimmt zehn Meter, vermutlich mehr. Er gab einen kurzen und nicht allzu lauten Pfiff ab, der ein bisschen nach einem Vogel klang und ließ das Seil herunter.

„Stockfinster, wie es im Grab und nicht darauf sein sollte“, fluchte Cyrus nachdem er die Leiter unter keuchen und ächzen erklommen hatte. Sie stand mit Iareth auf dem Dach und sie versuchten etwas zu finden, wo man das Seil zum Ablassen befestigen könnte. In der Dunkelheit war kaum etwas auf der glatten mit Steinplatten ausgelegten Fläche auszumachen. Er ließ einen Tropfen Licht zwischen seinen Fingern erscheinen und schirmte ihn von einer Seite ab um den Schein gen Boden zu richten. Das Dach des Grabes hatte nur eine leichte Neigung, gerade so das Wasser ablaufen konnte. Die Platten waren exakt aneinander gefügt und kaum verwittert. Nur da wo die Plane das Loch abdeckte gab es Risse und abgeplatzte Stellen.

„Hier Iareth“, Cyrus deutete auf eine Stelle, „schlag den Pflock hier ein. Der Spalt müsste genügen. Wir legen noch ein paar Steine gegen, mit denen sie die Plane beschwert haben. Das müsste genügen.“

Der Rest war schnell erledigt. Als Cyrus ins Seil gebunden war, löschte er das Lichtlein. Sie knieten sich nieder und schoben etwas von der Plane beiseite, dass sie in das Grab schauen konnten. Sie mussten sich hinlegen, um nicht Gefahr zu laufen hineinzufallen. Unten sahen sie den Altar. Irgendjemand saß darauf und bewegte sich unruhig. Er sah ungesund aus. Dahinter in einer Ecke war das Lager der Beschwörer. Ein Feuer brannte klein. Der Rest der Halle lag im Schatten.

Sie richteten sich wieder auf. Cyrus sagte: „Bringt sie irgendwie dazu auf den Beinen zu sein. Ich halte mich bereit.“

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