Schatzjäger 63

„Nun ja,“ sagte Iareth und tat einen gewaltigen Ruck der inneren Anspannung. Er atmete durch und hoffte es würde den Eindruck einer überlegten Pause machen. Er hielt die rechte Hand wie zum Nachdenken an seiner Wange, wollte aber in Wahrheit nur den Weg zu seinem Schwert verkürzen. Die Finger seiner Linken Hand hatten sich in den Augenschlitzen seiner Maske verkrallt, die immer noch an seinem Gürtel hing. „Wir sind durchaus auf der Suche nach magischen Rätseln und Geheimnissen, allerdings ältere als die Künste Mannimarcos. Wir sind auf den Spuren der Dwemer.“ Der Mann der ihnen als Wolke vorgestellt wurde machte einen eigenartigen Ruck und seine Körpersprache veränderte sich erneut. Sein wohlwollendes und leutseliges Lächeln verwandelte sich in einen Ausdruck des konzentrierten Nachdenkens, sein aufgerichtetes Kreuz sank nach innen, als ob er sein Leben an einem Schreibtisch verbracht hätte und er hob die Hand ans Kinn, während er anerkennend nickte. „Interessant,“ sagte er, „ich habe auch schon einige Hinweise auf die Dwemer in diesen Ruinen gefunden.“ Iareth sah in seine Richtung und schaffte es wie er hoffte die Bestürzung über das Verhalten des Mannes zu verbergen. „Richtig,“ schloss er an und blickte wieder zu Vater Fleisch, dessen Gebaren und Gesichtsausdruck kaum beruhigender war. „Es stellt sich heraus, dass wir für unsere Nachforschungen auf diese Ruine angewiesen sind und auch, dass ihr einen Gegenstand besitzt, den wir benötigen. Nun…“ Er machte eine kurze Pause, denn der Mann namens Vater Fleisch machte ein eigenartiges schnalzendes Geräusch. „Wie ich es sehe, gibt es nun verschiedene Möglichkeiten mit der Situation umzugehen. Die Nekromantie genießt keinen guten Ruf. Ich kenne sie zwar aus meiner Heimat, allerdings meist in… anderer Form. Dennoch möchte ich euch die Möglichkeit geben in Frieden diese Ruine zu verlassen, ohne das jemand zu schaden kommen muss. Daher zog ich es vor hier her zu kommen und zu reden, bevor wir auf endgültigere Mittel zurückgreifen müssen. Zu…“ Er musste etwas lauter sprechen, denn die Beschwörer gaben protestierende Laute von sich. „…zu unser aller Nutzen,“ schloss er. Seine Stimme war ruhig geblieben. Nichts an ihr erweckte den Eindruck, dass er Bluffte oder eine Drohung aussprach. Er blickte entschlossen und fragend in Richtung des Beschwörers der offenbar der Anführer war. Die anderen beiden Beschwörer und sogar Sagit taten es ihm gleich. Alle erwarteten gebannt die Antwort auf eine so klare und dreiste Aufforderung.

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