Schatzjäger 64

Sagit, Iareth, blablabla … Zwei Wanderer, die sich in ihr Domizil verirrt hatten. Na und? Rose musste immer gleich eine Show abziehen. Dabei gab es doch wichtigere Dinge zu klären. Viel wichtigere, wie den Umstand, dass jemand am Dach ihrer Wohnung herumgefummelt hatte. Sie hatte es Wolke gesagt. Mehrfach. Jedem der Wolkes, obwohl sie nie ganz sicher war, wie viele davon sich in dessen Körper gerade aufhielten. Und von jedem hatte sie eine andere Antwort erhalten. Eine idiotischer als die anderen. Sie war es langsam leid! Auch dieses ganze Spektakel hier war sie leid. Dwemerforscher! Dass sie nicht lachte! Den einen, diesen Sagit, glaubte sie schon in Elinhir gesehen zu haben, bei den gelegentlichen Treffen mit ihren Kontaktleuten dort. Den anderen, den Dunmer … nun, vielleicht war das wirklich ein Forscher. Oder … eher nicht. Nein. Das war nicht der Typ, der voller Elan im Dreck nach alten Scherben buddelte. Das war eher ein Krieger, wenn sie sich nicht ganz irrte. Und …

Die Vorstellungsposse war an dem Punkt angelangt, wo eine Entscheidung fallen musste. Na endlich! Sie blickte, wie die anderen auch, Rose an und hoffte, dass gerade sein zurechnungsfähigeres Ich zuhause war.

Und nur um ganz sicher zu gehen begann sie, ihre Magie aufzubauen.

Kanalisation von Elinhir

Weit ab von den Räumen der Diebesgilde, in einem seit langem vergessenen Teil der Kanalisation, befand sich ein kleiner Tempel. Einst war er wohl irgendwelchen Schutzheiligen der Rothwardonen geweiht. Doch das war lange her. Nun diente er einem anderen Herrn oder vielmehr einer neuen Herrin.

Nimoni war nach dem unschönen Gespräch mit Ra’Shira hierhergekommen. Wie so oft, wenn sie Rat suchte, Anleitung für ihr weiteres Tun. Sie war immer noch wütend auf ihren Boss. Wie hatte er sich nur erdreisten können, ihre Herrin dermaßen zu beleidigen? Nach allem, was diese für die Gilde tat. Ohne Nocturnals Schutz, da war sich Nimoni sicher, wären der Unterschlupf lange entdeckt und ausgeräuchert worden. Ohne ihren Beistand wären sie lange nicht mehr hier. Warum ignorierte dieser sture Kater das nur?

Immer noch brannten die Kratzspuren seiner scharfen Krallen an ihrer Kehle. Nimoni hatte sich nicht gewehrt, hatte nachgegeben, wie immer. Hatte sich unterwürfig gezeigt, obwohl sie innerlich gekocht hatte.

Wie lange sie das noch aushalten würde?

Sie kniete vor der aus dunklem Stein geschaffenen Statue Nocturnals, hatte den Kopf tief gesenkt und hielt stumme Zwiesprache mit der Göttin. Ewigkeiten vergingen, so schien es ihr. Doch dann, als sie schon nicht mehr mit einer Reaktion gerechnet hatte, erschien wie aus dem Nichts eine Krähe auf dem ausgestreckten Arm der Statue. Nimoni blickte sie erwartungsvoll an. Sie hielt den Atem an.

„Es ist Zeit, Om’Niin“, war alles, was die Krähe sagte, bevor sie wieder verschwand.

Nimoni erhob sich und lächelte.

Es war ein grausames Lächeln.

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