Schatzjäger 83

„Guter Mensch, lass dich grüßen. Willst du nach Elinhir?“

Hassans Mundwinkel hoben sich ganz leicht. Es reichte nur zum Anflug eines Grinsens. Doch sofort kehrte der völlig nichtssagende Ausdruck zurück. Er hatte gefunden, was er suchte. Oder besser: wen. Seine Informanten hatten gut gearbeitet. Dass sich ein Mitglied des Stadtrates so gut wie allein in dieser verlassenen Gegend herumtrieb, machte Hassan die Arbeit einfach.

„Meinen Gruß an Euch, Stadtrat Cyrus“, erwiderte er. „Und meinen Dank für das Angebot. Leider muss ich es ausschlagen. Ich bin nur hier, um einen guten Freund abzuholen, damit er sich nicht wieder verläuft. Also seid so nett und werft die Katze vom Wagen. Dann werde ich Eure wertvolle Zeit nicht weiter vergeuden.“

Er trat demonstrativ einen Schritt zur Seite und verneigte sich tief. Allerdings versperrte er auch so immer noch den Weg.

***

Elinhir – Diebesgilde

Der Weg zum Schrein war völlig frei, auch wenn hier und dort an den Wänder frische Blutspuren zu sehen waren. Von der Garde gab es keine Spur.

Vielleicht hätte das allein Ra’Shira stutzen lassen müssen. Doch er war zu aufgeregt und hektisch, als das er darüber nachgedacht hätte. Außer Atem erreichte er die Kammer, trat durch die nur angelehnte Tür und blieb drei Schritte später wie angewurzelt stehen.

Da saß sie, Nimoni. Direkt vor der Statue Nocturnals hatte man sie an einen Stuhl gefesselt. Rechts und links, leicht hinter ihr, standen zwei Gardisten, die die Helme abgesetzt hatten. Blutrot blickten die Augen aus hornbesetzten Fratzen Ra’Shira entgegen. Jeder der beiden hielt ein Schwert in der Hand, dessen Klinge auf Nimonis Schultern ruhte. Eine Bewegung würde genügen, ihren Kopf sauber vom Körper zu trennen.

Hinter Ra’Shira fiel die Tür ins Schloss.

Er wirbelte herum und zog selbst seine Messer.

Vier weitere rote Augen starrten ihn an.

Eine Falle!

Aber warum?

Dremora als Garde verkleidet?

Das ergab keinen Sinn!

Oder doch?

Er wandte sich wieder Nimoni zu, die plötzlich nicht mehr gefesselt war. Aufrecht stand sie vor Nocturnals Statue. Ihre Gestalt begann zu verwischen, veränderte sich, wuchs. Als Ra’Shira wieder klar sehen konnte, stand eine völlig andere Frau vor ihm. Ihre Haut wirkte grau, wie die einer Dunmer, nur seltsam farblos. Langes schwarzes Haar fiel über ihre nackten Brüste. Sie lächelte ihn aus eiskalten Augen an.

Ihre beiden Bewacher traten vor und kamen auf Ra’Shira zu. Auch die Dremora hinter ihm setzten sich in Bewegung. Diesen Kampf konnte er nicht gewinnen.

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