Schatzjäger 87

Iareth sah an sich herab, ein Pfeil war gegen sein Schienbein geschlagen und hatte eine hässliche Wunde hinterlassen. Blut lief in Bächen bis in seine Stiefel, doch noch war er zu voll von Adrenalin, als das der Schmerz wirklich zu ihm durchdrang. Er trat dem vor ihm am Boden liegenden gegen den ungeschützten Kopf, worauf dieser das Bewusstsein verlor. Dann kauerte er sich nieder und entwand seinen schlaffen Fingern den Schild. Keine Sekunde zu früh. Gerade als er das Schild schützend vor seinen Körper hielt gab es einen dumpfen Schlag und eine Pfeilspitze lugte aus dem Holz hervor. Iareth sprang auf und warf einen kurzen Blick über den Schildrand dann stürmte er auf den Schützen ein. Dieser legte gerade einen neuen Pfeil auf, verlor aber die Nerven als er Iareths Ansturm sah. Er stolperte Rückwärts ins Gestrüpp und seine Augen weiteten sich vor Schreck. Iareth machte einen gewaltigen Satz, erreichte ihn und stieß den Schild mit voller Kraft vor seine Brust. Der leicht gebaute Bogenschütze flog rückwärts zu Boden, im nächsten Moment war er über ihm und kappte mit einer schnellen Bewegung die Bogensehne. Der Bogenschütze blickte immer noch panisch, dann richtete sich sein Blick auf etwas hinter Iareth. Er reagierte blind, duckte sich und wirbelte, den Säbel vorgestreckt herum. Es gab einen lauten Aufschrei und eine Klinge bohrte sich in seine Schulter. Doch der Mann hinter ihm ließ sofort von ihm ab und starrte ungläubig auf seinen Bauch aus dem jetzt Blut auf die Rüstung und Iareth spritzte. Der Säbel hatte ihn der länge nach aufgeschlitzt. Der Mann began markerschütternd zu schreien und Iareth stolperte rückwärts, der dünne, spitze Dolch ragte immer noch aus seiner Schulter.

Wie durch einen Schleier sah er den Wagen, der nicht weit gekommen war und nun am Wegesrand feststeckte. Er konnte weder Cyrus noch Sagit oder Zanodar erkennen, dafür mehrere teils vermummte Gestalten, die den Wagen umstellt hatten. Er schwankte, sein Blick fiel auf den Mann vor ihm, der auf die Knie gesunken war und dessen Schreien sich in Schluchzen verwandelt hatte, während er verzweifelt versuchte den Blutfluss zu stoppen, der sich aus seinem Bauch auf den Waldboden ergoss. Rufe erklangen vom Wagen her. Mit zitternden Händen griff Iareth nach der Maske, die an seinem Gürtel hing und band sie sich vor das Gesicht. Einen Moment stand er noch unentschlossen da, dann lief er ohne zurückzublicken in den Wald hinein.

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