Hausaufgaben 44

Iareth zog noch einmal kräftig am Seil. Etwas Staub rieselte von der Decke, doch das Seil hielt fest an dem Metallrohr an das sie es verknotet hatten. „Alles klar, wünsch mir Glück,“ sagte er an Zanodar gewandt und robbte die letzten Meter zum gähnend Loch im Boden. Die kleine Öllampe hing an seinem Gürtel und warf ein schwaches Licht in die allgegenwärtige Dunkelheit. Iarteh hoffte er würde den Boden erkennen sobald er ein Stück hinab gegklettert war. Vorsichtig schwang er sich über den Rand des Loches und wich dabei den scharfkantigen und verrosteten Metalstreben aus, die den Boden einst getragen hatten. Das Seil straffte sich mit einem gewaltigen Ruck als Iareth in das Loch fiel. Er hielt sich mit beiden Armen fest und einen Moment schwangen seine Beine im Leeren, bevor sie ebenfalls das Seil fanden. Dann begann er langsam und konzentriert den Abstieg. Zanodars Schemen verschwand über ihm und er wurde von Schwärze verschluckt, die nur dann und wann einen bronzenen Schimmer zurückwarf.

Es kam ihm lange vor bis er mit dem Fuß an etwas Festes stieß. Er schaute herab und sah ein Durcheinander aus Metall, Schutt und Steinen. Sagit war auf einem breiten Metallträger gelandet, der ungefähr einen halben Meter Stärke hatte und die Deckenreste hatten ihn begraben. Iareth ließ sich herab und suchte Halt. Er ließ das Seil los und nahm seine Lampe vom Gürtel. „Sagit?“ Vorsichtig beugte er sich zu Sagit hinunter und begann Metall und Stein beiseite zu schieben. Mit lautem Klingen und Krachen vielen die schweren Deckenteile in den Abgrund unter ihnen. Ihrem Klang nach ging es nocheinmal fünf Meter in die Tiefe. Endlich hatte er Sagits Körper freigelegt. Der Kaiserliche stöhnte, sein Kopf zierte eine Platzwunde. „Ganz ruhig jetzt, hier geht es nochmal abwärts,“ sagte Iareth und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Wir müssen dich erstmal auf festen Boden bringen.“ Er fuhr fort die Deckenreste von dem Metallträger zu schieben um ihnen etwas Platz zu machen. „Hast ganz schön Glück gehabt. Hätte auch noch tiefer gehen können.“ Er blickte nach oben, zum Loch aus dem er gerade herunter gestiegen war. „Zanodar,“ rief er hinauf, „alles in Ordnung, ich hab ihn. Lass noch etwas mehr Seil herab, wir gehen erstmal eine Etage tiefer, das ist leichter.“

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