Hausaufgaben 45

Hm … Etwas Seil nachlassen war leichter gesagt als getan. Sie hatten das Seil doch an diesem Rohr festgeknotet. Nein, er würde ein weiteres holen müssen.

„Einen Moment“, rief er hinab.

Zum Glück war es nicht weit bis zum Eingang, wo sie einen Teil ihres Gepäcks gelagert hatten. Zanodar nahm ein weiteres Seil und schlang es sich um die Hüfte. Er hatte beschlossen zu den beiden hinabzuklettert. Das war sicherer als das Seil zu werfen, denn falls Iareth daneben griff … Wieder tauchte er ins Dunkel des Gebäudes ab. Seine Augen stellten sich schnell auf die andere Sichtweise um. Vielleicht aber nicht schnell genug, denn dieses mal stolperte Zanodar auf halbem Weg. Etwas klickte metallisch. Er fuhr herum, als er die Bewegung im Augenwinkel bemerkte.

Direkt neben ihm, etwa auf Brusthöhe, öffnete sich ein Loch in der Wand. Es war groß und rund und irgendwie unheilverkündend. Instinktiv trat er zwei Schritte zurück. Etwas kratzte laut. Und dann fiel ihm eine Metallkugel vo zwei Fuß Durchmesser vor die Füße. Erschrocken und ungläubig zugleich schaute der Khajiit darauf hinab.

Die Kugel bewegte sich.

Schneller als er folgen konnte, klappte sie auf und aus ihr wuchs eine metallene Gestalt. Etwa so groß wie ein Mensch und genauso hässlich.

Zanodar schluckte. Er hatte so etwas noch nie gesehen. Es wirkte bizarr und gefährlich zugleich. Was war das und warum …?

Schlagartig wurde ihm klar, dass es wohl keine gute Idee war, hier stehenzubleiben und abzuwarten, warum diese Gestalt aufgetaucht war. Spätestens als mit lautem Surren eine übel aussehende Klinge ausgefahren wurde, hatte er genug gesehen. Mit einem erschrockenen Schrei sprang er davon.

Keinen Augenblick zu früh. Zanodar konnte noch den Windstoß der geschwungenen Klinge im Rücken spüren. Der Boden vibrierte heftig, als er auf das Loch darin zuhastete. Wusch! Wieder knapp verfehlt. Dieses Klappergestell war verflucht schnell. Ein kurzer Sprint und schon sprang Zanodar todesmutig auf das Seil zu, griff herum und ließ sich gleich ein Stück nach unten rutschen. Das Quietschen und Rumpeln über ihm klang irgendwie enttäuscht.

Und verärgert.

Er ließ sich ein weiteres Stück hinab udn wäre beinahe abgestürzt, denn über ihm erhielt das Seil einen harten Schlag. Er fluchte laut.

Runter. Ein weiteres Stück.

Ein weiterer Schlag.

Noch hielt das Seil, doch in der kurzen Stille darauf meinte Zanoder, die Geräusche reißender Fasern zu hören. Ein kurzer Blick nach unten zeigte ihm, dass er die halbe Strecke geschafft hatte. Nur noch ein Stück. Er ließ locker und das Seil pfiff ihm durch die Pfoten, hinterließ brennende Abschürfungen, und dann, gerade als seine Füße den Träger berührten, riss es durch.

Er schaffte es gerade noch, sich irgendwo festzukrallen, während das Seil an ihm vorbei in der Tiefe verschwand.

Erneut knackte es von oben laut. Rostige Schuttteilchen rieselten auf ihn herab. Und dann flog zusammen mit einem weiteren Stück der Decke ein schwerer Körper haarscharf an ihm vorbei und zerschellte ein Stockwerk tiefer.

Das war knapp.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.