Hausaufgaben 58

Nur Schrott und Staub von Jahrhunderten, dachte Sagit, nichts brauchbares. Im schwachen Licht aus seinem Heft tauchten schemenhaft mechanisch anmutende Gegenstände auf. Zahnräder, Gewindestangen, Hülsen. Alles in verschiedenen Größen und scheinbar wahllos verstreut auf den Tischen und Regalen. Ohne gutes Licht war hier nichts zu machen. Sagit war sich dessen klar, aber er wollte wenigsten eine Ahnung davon haben, wie die Räume genutzt worden waren, um sich dann etwas ausdenken zu können. Er stieß auf ein großes Rad das auf einem aus der Wand ragenden Zylinder zu sitzen schien. Sieht ganz nach einem Ventil aus, überlegte er und legte ohne nachdenken seine Hand darauf. Tatsache es bewegt sich, bemerkte er überrascht, sogar leicht. Es rumpelte hinter der Wand, dann zischte es leise im Ventil und ein Geruch von modrigem Wasser stieg ihm in die Nase. Ein dumpfes Geräusch war erneut zu hören. Etwas schlug auf und entfernte sich dann, als würde ein Stein in einen engen Schacht geworfen. Sagit drehte sich um und wandte sein Lichtlein suchen in die Finsternis. Er zuckte zusammen und blieb wie angewurzelt stehen. Vor ihm stand eine Spinne oder besser gesagt ein Wesen mit sechs spinnenhaften Beinen die einen kesselförmigen Behälter trugen in dem ein rot glühender Kreisel rumorte. Die Beine bewegten sich ab und an unvermittelt, aber das Ding blieb an einer Stelle stehen. Merkwürdig war, dass es melodische Geräusche hervorbrachte. Es war keine Melodie, aber die Töne waren für sich genommen auch nicht disharmonisch. Sagit kam ins Grübeln. Hört sich ganz nach… das kann nicht sein, dachte er erstaunt. Aus dem Heft zog er eine Kordel, an deren Ende ein Kugel befestigt war. Die steckte er sich ins Ohr.

„Tong?“

Im runden Raum in dem sich Iareth und Zanodar befanden, schoss plötzlich heißer Dampf aus einem der Rohre. Sagit hatte unwissentlich das Ventil eines der Versorgungsleitungen geöffnet. Langsam würden sich die Rohre mit Dampf füllen und Druck aufbauen, um eigentlich die verborgenen Apparate der lange vergessenen Dwemer Werkstatt wieder in Gang zu setzen. Doch das ganze System war schon lange zerstört und keiner wusste welchen Weg sich der Druck suchen würde. Erst einmal wurde es nur unerträglich heiß für die Beiden.

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