Bronzesoldaten 11

„Wir hätten auf Cyrus warten sollen,“ stieß Iareth im flüsterton hervor, trat vor und nahm seinen Säbel vom Rücken. Sie wagten kaum zu atmen und starrten in die Finsternis vor ihnen. Die schlurfenden Schritte kamen näher, doch noch immer konnten sie nichts sehen, als die undurchdringliche Schwärze. Plötzlich wurde es still, bis auf das Zischen der Öllampe die Sagit in die Höhe hielt. Dann, ein erneutes lautes Stöhnen, viel näher als zu vor und hastige Bewegung, unvermittel tauchte eine grauenhafte Fratze im Lichtkegel ihrer Lampe auf, kaum zwei Schritt von ihnen entfernt. Iareth stieß Sagit beiseite und duckte sich, im flackernden Licht der schaukelnden Lampe erkannte er einen verrotteten menschlichen Arm, der nach seinem Gesicht grabschte. In einer fließenden Bewegung zog er den Säbel und schlug zu, die Klinge gab ein hohes Surren von sich und zertrennte mit schmatzendem Geräusch den Körper vor ihm. Im nächsten Moment spürte er einen unmenschlich starken Griff an seinem Schwertarm. Der grauenhafte Geruch von verrottendem Fleich drang in seine Nase und vor ihm erschien das zerfledderte und blinde Gesicht eines toten Menschen, die verfaulten Zähne gebleckt und bereit zum zubeißen. Iareth verlor beinahe das Gleichgewicht, doch er fing sich und schaffte es seine Schwertscheide zwischen sich und den Toten zu bringen, er rammte sie seinem Angreifer in das zerfledderte Maul und dieser biss auf das harte Holz. Iareth stieß die Schreckensgestalt mit dem Fuß von sich und endlich bekam er seinen Schwertarm frei. Zweimal ließ er den Säbel durch die Finsternis sausen und der Wiederstand auf den seine Klinge traf sagte ihm das er getroffen hatte. Im nächsten Moment war Sagit wieder an seiner Seite und der Lichtkegel erfasste die beiden Wiedergänger, die nun in viele Teile zerlegt vor ihnen auf dem Boden zuckten und noch immer versuchten die Eindringlinge zu zerfetzen. Einer der verfaulten Arme griff nach Iareths Bein. „Heilliger Hermäus Mora,“ keuchte Iareth und stieß den Zombie von sich, erneut hob er den Säbel und im nächsten Moment kullerte der entstellte Kopf des Untoten an ihnen vorbei. Er klapperte noch zornig mit den Zähnen, dann versiegte die Magie die sie speiste und es blieb nichts als eine vermoderte und dreigeteilte Leiche zurück.

„Verflixt, wir hätten einfach draußen Lagern sollen,“ grollte Iareth und sah in Sagits schreckensbleiches Gesicht. „Alles in Ordnung?“ Sagit nickte. „Na, jetzt haben wir keine Wahl mehr, wir müssen uns hier unten einrichten, das Fallgatter kriegen wir so schnell nicht auf und ich bin jetzt schon hundemüde. Komm, weiter!“ Sie setzten ihren Weg fort, die Ohren gespitzt, auf das kleinste Anzeichen eines weiteren Wiedergängers horchend, doch sie vernahmen nur dröhnende Stille durchbrochen nur von den Geräuschen des metallischen Eigenlebens der Ruine.

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