Bronzesoldaten 31

Sie gingen langsam und vorsichtig durch die schwach erhellten Hallen. Es war ein unwirkliches rot schimmerndes Licht.

Cyrus sagte: „Mir schien er ganz selbstbewusst.“

„Du meinst den Iareth?“

„Ja. Ich weiß nur nicht was er so lange rumdiskutiert hat.“

„Nun, darf ich in seinem Namen sagen, die mentale Stabilität zu wahren angesichts der Plagen, fällt einem schwer. Da muss dein Verständnis her.“

„Pass auf! Der Stein. Schau besser vor deine Füße, als mich zu belehren.“

„Dagegen ich, ich bin ganz aufgeregt ob deiner Entdeckung. Sag, entsprechen die Zenturios unserer Vorstellung?“

„Das kann ich dir sagen! Wirst die Luft anhalten, wenn du vor ihm stehst.“

„Sage mir bloß nicht, es ist nur einer. Solche Enttäuschung kennte keiner.“

„Enttäuschung? Wenn wir einen in Gang setzen können, wäre es schon ein unglaubliches Glück. Es sind drei.“

„Mit meinem Pult können wir einen lenken, die Anderen müssen willig in seinen Pfad einschwenken.“

„Erst einmal müssen wir schauen, wie gut sie erhalten sind. Ich meine, Zenturios sind nicht wie eine einfache Tür mit zwei Angeln und einer Klinke. Verstehst du, du großer Poet?“

„Natürlich, natürlich guter Freund. Ein Zenturio ist was zig Dwemeringenieure erträumt. Ein komplizierter Apparat. Dynamokern, Dampfsystem, Optik. Ein ganzer Automat!“

„So jetzt wende mal deinen feuchten Blick und schau! Siehst du da hinten diese großen Vorrichtungen in der Wand? Die von innen beleuchtet zu sein scheinen. In den bronzenen Gestellen hängen sie drin. Siehst du? Ich bin einfach sprachlos, wenn ich sie sehe.“

„Fürwahr, ich sehe sie. Bedenke selbst von hier ist ihre Größe atemberaubend. Die Höhe misst sich bestimmt in Tausend.“

„Das halte ich für übertrieben. Lass uns weitergehen, ehe du vor Freude noch auf die Knie gehst. Merkwürdiger Weise kann ich deine Begeisterung nicht teilen. Ich weiß auch nicht.“

„Sag es frei und sei nicht zögerlich. Was bedrückt dich denn nun eigentlich?“

„Wenn du mich so fragst, komme ich mir vor wie im Puppentheater. Aber weißt du…, komm lass uns kurz hinsetzen, ja hier auf den Steine; und so dass wir unsere Zenturios sehen. Tun wir so, als wären sie intakt und warteten nur auf unsere Befehle. Weißt du wie ich bisher gelebt habe? Ich habe meine Pflichten erfüllt, so gut, dass keiner was sagen konnte, sogar so, dass man sich auf mich verlassen kann. Aber auch so, dass ich möglichst frei meinen Freuden nachgehen kann. Jetzt mache ich etwas unsanktioniertes und aus eigenen Antrieb; und siehe da kommt der Augenblick von wo aus es sich in alle Richtungen entwickeln kann und wird. Nur so bleiben wie bisher wird es nicht mehr. Außer wir kehren um. Selbst dann wird es nie wieder so sein wie vorher.“

„Das Blatt treibt wo es der Wind hinweht. Der Vogel, wo sein Flügelschlag ihn lenkt.“

„Danke auch für die weisen Worte.“

„Ich fühle mit dir.“

„Red‘ am besten nur noch in einfachen Sätzen. Oh, jetzt fang ich auch schon an.“

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