Bronzesoldaten 32

Iareth stürtzte zurück, in eine Mauernische neben dem Eingang. Er zog seinen Säbel. Sein Atem ging hastig und einen Moment herrschte Stille, dann:

„Ich habe dich längst gesehen,“ sagte die Frauenstimme. Iareth antwortete nicht.

„Und bei einem Versteckenspiel hier unten gewinne ich garantiert,“ die Stimme lachte. Iareth runzelte die Stirn, was auch immer er erwartet hatte, das war es nicht gewesen. Ein Seufzen.

„Ich mache jetzt die Tür zu.“

Wenn das die Aureale war, dann schien sie gänzlich anders gelaunt als am Vortag. Konnte es wirklich noch jemand anderen hier unten geben? Oder war er wieder dabei seinen Verstand zu verlieren? Diese verborgene Tür würden er genauso wenig wiederfinden wie die Tür in das Verließ. Er musste jetzt handeln.

„Adieu.“ Es gab ein Geräusch von Stein auf Stein. „Warte,“ rief Iareth und sprang aus seiner Nische hervor. Die steinerne Tür war bereits in Bewegung und halb geschlossen. Er machte eine flinke Bewegung und schlüpfte kurzentschlossen durch den Spalt in den Raum. Mit einem dumpfen Geräusch schloss sich die Wand hinter ihm. Beinahe hatte er erwartet, wieder unten in dem düsteren Tempel der Aureale zu stehen und die Schrecken des Vortages auf sich einprasseln zu fühlen, doch der Raum in dem er jetzt stand war noch immer der Gleiche wie vor einer Minute. In seiner Mitte stand eine schlanke Gestalt, etwas größer als er, in dunklen Roben. Ihr Gesicht war von gelblicher Farbe, die edel geschwungenen Augenbrauen erhoben sich über die großen, bernsteinfarbenen Augen und zeigten einen Blick des überheblichen Erstaunens. Es war eine Hochelfe. „So, ich… ich hatte dich noch nicht herein gebeten.“ Sie wich einen Schritt zurück. Iareth brauchte einen Moment um zu verstehen, dass er sie erschreckt hatte. Zwar versuchte sie weiter überheblich und selbstsicher zu klingen, doch nun hörte er deutlich die Verunsicherung in ihrer Stimme. Reflexartig ließ er den Säbel sinken, sie dagegen hob die Hände. Iareth kannte diese Geste, es war die Vorebereitung eines Zaubers.

Er sprang vor, packte ihren Arm und Bog ihn zur Seite, sie verlor den Halt und stolperte Rückwärts über den Saum ihrer Robe. Ein blendender Lichtstrahl schoß aus der Hand der Elfe die Iareth noch immer umklammerte, beide gingen zu Boden und Iareths Säbel biss sich knirschend in einem der Möbelstücke fest. Die Hochelfe drückte ihm die freie Hand ins Gesicht und versuchte ihn von sich zu stoßen, Iareth löste die Hand vom Säbel, schob ihren Arm mühelos bei Seite und schloss die Hand um ihre Kehle. Sie schnappte nach Luft und wand sich unter seinem Gewicht. Iareth ließ nicht locker, wiederholt schlug sie ihm gegen den Kopf, doch er war so voller Adrenalin das er es kaum spürte, langsam verfärbte sich ihr Gesicht. Iareth sah in ihre weit aufgerissenen Augen, die Kaputze war ihr vom Kopf gerutscht. Ein süßer Duft ging von ihr aus, vermischt mit Schweißgeruch. Ihr wild zappelnder Körper war warm und erregte etwas gänzlich Anderes in ihm als die Todesangst, die seinen Geist noch eben beherrscht hatte. Erschrocken zuckte er zurück, wer immer sie war, sie hatte nichts mit der Aureale gemeinsam, der sie gestern gegenübergestanden hatten. Er nahm die Hand von ihrer Kehle, sie Keuchte und hielt sich den Hals. „Ich…wer,“ stammelte Iareth. Die Elfe hob den Arm und schoß ein weißes Licht direkt gegen sein Gesicht. Iareth wurde schwarz vor Augen.

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