Bronzesoldaten 39

Als Iareth diesesmal in den Kammern der Elfe erwachte war er entgültig wiederhergestellt. Die Schmerzen, die ihm die Wunden des Kampfes mit der Aureale und der Elfe bereitet hatten waren verschwunden. Zurückgeblieben war ein nagender Hunger und ein unbändiger Bewegungsdrang. Die Elfe lag noch immer neben ihm und schlief seelenruhig.

„Hey, wach auf,“ sagte er laut. Sie blinzelte und drehte den Kopf zu ihm, so dass kaum eine Handbreit Platz zwischen ihren Gesichtern war.

„Bindest du mich jetzt los?“ Sie schlug die Decke zurück unter der er immer noch völlig nackt lag, rieb sich die Augen und musterte ihn. Iareth wurde ungeduldig. „Ich finde es langt.“ Sie streckte die Hand aus, zögerte und legte eine Hand auf seine Brust. Er sah ihre langen Finger an und dann zu ihr hoch. Sie hatte den Blick gesenkt und schien auf ihre eigene Hand zu starren. Er drehte sich auf den Rücken, auf dem seine Hände noch immer zusammengebunden waren. „Die Fesseln.“ Sie rührte sich nicht, sagte auch nichts. Er wurde zornig. „Wie stellst du dir das denn vor, willst du mir noch einen Käfig bauen, oder soll ich einfach hier auf dem Bett liegen bis ich verrecke?“ Endlich machte sie sich an den Stricken zu schaffen. Es dauerte ein Weile. „Bei Oblivion,“ sagte er und richtete sich auf. „Endlich,“ er rieb sich die Arme und ließ die Schultern kreisen.

Sie war aufgestanden und einen Schritt vor ihm zurückgewichen, ihr Blick war seltsam verschleiert und erwartungsvoll. „Siehst du, ich greife dich nicht an, ich…“ doch er kam nicht weiter, den die Elfe begann einen Zauber zu kanalisieren und richtete die Hand auf ihn. Er warf sich zu Boden und ein Blitz schlug über ihm in die Wand ein. „Was zum?“ Im Augenwinkel sah er es erneut blitzen. Er rollte zur Seite, sprang auf und packte sie am Arm. „Spinnst du?“ Sie holte aus und schlug ihm mit der anderen Hand ins Gesicht. Er packte sie unter der Achsel und warf sie von sich weg. Am Boden liegend schoß sie einen weiteren Blitz auf ihn ab. Wutentbrannt warf er sich auf sie. Sie versuchte zu entkommen und schlug nach ihm, aber er packte ihre Arme und bog sie auf den Rücken. Er hatte sie unter sich eingeklemmt, ihr Unterleib drückte gegen seine Lenden und begann sich zu bewegen.

Wenige Minuten später lagen sie ruhig und schweißüberströmt am Boden. Beide atmeten schwer. „Geh mal runter,“ sagte die Elfe und schüttelte ihn ab. Iareth brauchte eine Weile, um wieder klar im Kopf zu werden. Sie stand auf und ging in den hinteren Teil des Raumes. Iareth hörte Wasser plätschern. „Hör mal,“ sagte er mit ruhiger Stimme. „Du hast heute Nacht Deadrisch gesprochen. Ich kenne das von früher, von den Messen.“ Es wurde still. „Also, was ist hier los? Du hast behauptet du wüsstest nichts von einem Deadra hier unten, aber dass ist ganz offensichtlich gelogen.“

„Was hab ich denn gesagt?“ Ihre Stimme klang ängstlich.

„Ich hab es nicht verstanden. Willst du sagen, du hast im Schlaf geredet?“

„Ich… ich habe nur geträumt.“

„Träumst du öfter auf Deadrisch?“

Stille.

„Ich… ich spreche überhaupt kein Deadrisch.“

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